Landwirtschaftliche Familienbetriebe – eine Lebensart und nicht ein Beruf

10 September 2013, Erneuert, 09:48 EET
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autor: PantherMedia/Scanpix

Diese Woche sind die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union, die Vertreter der Europäischen Kommission, des Parlamentes und der Nichtregierungsorganisationen in Litauen zu Besuch und diskutieren über die Perspektiven der landwirtschaftlichen Familienbetriebe im Kontext der Globalisierung. In der letzten Zeit wurde den landwirtschaftlichen Familienbetrieben, die nach einer Nische in der sich verändernden Welt suchen, viel Aufmerksamkeit geschenkt. 

Wenn die Rede von landwirtschaftlichen Familienbetrieben ist, stellt sich oft die Frage, was unter einem  landwirtschaftlichen Familienbetrieb zu verstehen sei, wie wird er definiert? Es gibt keine einheitliche  Meinung dazu, es herrscht allerdings Einigkeit darüber, dass es sich um kleine und mittelständische landwirtschaftliche Betriebe handelt, bei denen sowohl das Vermögen als auch sein Management in den Händen der Familienmitglieder liegt und der Großteil der Arbeit von der Familie selbst errichtet wird. Es gibt über 100.000 solche Betriebe in Litauen.

Den Landwirten zufolge ist die Familienlandwirtschaft weitaus mehr als eine berufliche Tätigkeit, das ist  eine Lebensart. Diese Arbeit geht Hand in Hand mit der Familiengeschichte, das Land wird von einer Generation an die nächste weitergegeben. Die Landwirtfamilien erzeugen nicht nur natürliche Produkte  sondern pflegen auch die alten Traditionen und Werte. Die Menschen, die auf dem Land ihrer Eltern und Großeltern anbauen, bringen ihren Kindern bei, was Respekt der Natur gegenüber, Geduld und Fleiß sind.    
 
In den meisten Ländern führen die landwirtschaftlichen Familienbetriebe nicht nur die Traditionen einer ländlichen Lebensart fort sondern beleben auch den lokalen Markt. Die regionale Wirtschaft wächst offensichtlich, wenn solche Familienbetriebe erfolgreich Handel betreiben. Ein kleiner Bauernhof ist attraktiv, da er oft sich durch etwas Besonderes auszeichnen möchte. Es gibt zum Beispiel Landwirte, die sich auf die Käseherstellung, auf den Gewürzanbau oder hausgemachtes Eis aus frischer Milch spezialisieren. Mit ihrer Sonderproduktion schaffen Landwirte einen größeren Mehrwert, der dem Familienbetrieb die Lebensgrundlage sichert.  

Die Produktion der landwirtschaftlichen Familienbetriebe erreicht die Verbraucher meistens entweder auf dem direkten Wege oder gerade über einen oder zwei Zwischenhändler. So bekommen die Familienbetriebe einen Vorsprung, da durch einen direkten Bezug zu den Menschen der Landwirt auf die Bedürfnisse der Verbraucher sensibilisiert wird und sich mehr auf die hohe Qualität, die Frische, den  Geschmack und die Sicherheit der Produkte konzentriert.

In den letzten zwei Jahrzenten hat die Zahl der Familienbetriebe in vielen EU-Ländern abgenommen. Der Grund dafür ist die steigende Produktivität und der Wettbewerb in dem Landwirtschaftssektor. Kleinere Landwirtschaftsbetriebe, die an der Seite von größeren Konkurrenten überleben möchten, werden selbst größer. Leider verlieren sie dabei das, was sie so besonders macht sowie ihre Traditionen.

Die EU ist stets auf der Suche nach Maßnahmen, um die landwirtschaftlichen Familienbetriebe zu unterstützen. Diese kleineren Familienbetriebe werden zur Zusammenarbeit ermutigt, was den Verkauf ihrer Produktion erleichtert. Die einheitliche Position der Familienbetriebe hilft auch bei den Verhandlungen mit Zwischenhändlern. Familienbetriebe werden darüber hinaus gefördert und unterstützt,  Innovationen und die neuesten Forschungsergebnisse anzuwenden, was die Selbstkosten der Erzeugnisse senken, die Produktmengen erhöhen und eine hohe Qualität aufrechterhalten lässt.  

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2014 zum internationalen Jahr der landwirtschaftlichen Familienbetriebe erklärt, während die Europäische Kommission vor kurzem öffentliche Konsultationen zur Rolle der Familienbetriebe organisierte, um die Hauptherausforderungen und künftige Prioritäten festzustellen. Diese Initiativen zeigen, was für einen wichtigen Stellenwert das Model der landwirtschaftlichen Familienbetriebe in der Wirtschaft und im sozialen Leben der EU-Länder hat.

Die Familienbetriebe können ohne jeglichen Zweifel als Landwirtschaftsbasis bezeichnet werden, die in Europa bereits seit Jahrhunderten gedeihen, wettbewerbsfähig, nachhaltig, an den Markt orientiert und harmonisch in die ländlichen Gebiete integriert sind und den Interessen der Gesellschaft entsprechen.

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