In London wurde die Zukunft der EU-Kampfgruppen für den Einsatz in Krisenregionen diskutiert

15 Oktober 2013, Erneuert, 18:34 EET
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In London wurde die Zukunft der EU-Kampfgruppen für den Einsatz in Krisenregionen diskutiert | autor: KAM

Warum wurden die Kampfgruppen der Europäischen Union (EU) bisher noch keine einziges Mal eingesetzt? Liegt es vielleicht am Konzept der Gruppen? Können wir langfristige Probleme lösen, ohne das Konzept neu zu überdenken? Diese Fragen diskutierte Verteidigungsminister Juozas Olekas mit anderen Vertretern der EU-Mitgliedstaaten am 15. Oktober in London (Vereinigtes Königreich) auf einem Seminar über die als Kriseneinsatzkräfte aufgebauten EU-Kampfgruppen.

"Ich hoffe, dass der Europäische Rat im Dezember eine gefestigtere Meinung zur Zukunft der EU-Kampfgruppen haben wird. Ich hoffe ebenfalls, dass wir eine politische Botschaft erhalten, das aktuelle Niveau unserer Ambitionen neu zu überdenken und uns zur Verwendung der EU-Kampfgruppen zu verpflichten", sagte Verteidigungsminister J. Olekas.

Nach den Worten des Ministers hat Litauen die Wichtigkeit der EU-Kampfgruppen immer hervorgehoben. "Wir beteiligen uns bereits seit über zwei Jahren am Aufbau der Gruppen. In diesem Jahr halten sich unsere Soldaten in einer aus Soldaten von fünf EU-Ländern zusammengesetzten EU-Kampfgruppe unter der Führung des Vereinigten Königreichs in Bereitschaft, das zweite Kontingent bereitet sich schon auf die nächste Rotation 2015 in der Nordic Battlegroup (Nordische Kampftruppe) vor. Aus diesem Grund wollen wir, dass die Kampfgruppen ein wirksames Instrument darstellen", sagte Verteidigungsminister J. Olekas.

Das dem EU-Rat vorsitzende Litauen zielt auf eine erhöhte Flexibilität der Kampfgruppen, vereinfachte Bedingungen für ihre Entsendung und eine verbesserte Vorbereitung der Kampfgruppen ab.

"Bei einer erhöhten Flexibilität der Kampfgruppen könnten wie sie in einer konkreten Krise einsetzen", äußerte sich der Minister zur Verwendung der Kampfgruppen. "Faktisch würde das bedeuten, eine Komponente der Kampfgruppe einzusetzen oder die Gruppe durch zusätzliche Elemente zu verstärken".

J. Olekas zufolge müssten die Einsatzmöglichkeiten der Kampfgruppen in konkreten Krisensituationen auf den Treffen der Verteidigungsminister regelmäßig besprochen werden. Das würde dabei helfen, schon im Vorfeld zu einer Einigung zu gelangen und die Kampfgruppen für konkrete Operationen zu verwenden.

Nach Überzeugung des Ministers ist die Frage der Verwendung der Kampfgruppen eng mit der Notwendigkeit ihrer besseren Vorbereitung und einer gründlichen Vorplanung verbunden.

Der Verteidigungsminister sagte weiterhin er meine, die Kampfgruppen hätten sich als gutes Transformationsinstrument erwiesen, das dazu beigetragen hat, die Interoperabilität der Streitkräfte zu verbessern. Vor allem unter den Mitgliedstaaten, doch auch - und das sei genauso wichtig - mit den Partnern. "Ich bin davon überzeugt, dass wir die Dimensionen unserer Partnerschaften im Bereich der Kampfgruppen noch nicht voll ausgeschöpft haben", sagte Verteidigungsminister J. Olekas.

Die Anwendung der EU-Kampfgruppen ist eine der wichtigsten Fragen bei der Vorbereitung des Europäischen Rats im Dezember und zählt in der zweiten Jahreshälfte zu den Prioritäten des dem Rat vorsitzenden Litauens.

Das Seminar, das im Internationalen Institut für strategische Studien in London stattfand, wurde gemeinsam vom litauischen und vom britischen Verteidigungsministerium organisiert.
Seit dem 1. Juli dieses Jahres hält sich eine von Großbritannien geführte EU-Kampfgruppe in Bereitschaft. Sie besteht aus ca. 2.000 Soldaten aus Großbritannien, Lettland, Litauen, Schweden und den Niederlanden. Der litauische Beitrag Litauen besteht vor allem in einer Manövereinheit, die sich aus annähernd 120 Soldaten des motorisierten "König Managuas" Infanterie-Bataillons zusammensetzt. Darüber hinaus sind die Hauptquartiere der EU-Kampfgruppen unter anderem mit litauischen Offizieren besetzt.

Bei den EU-Kampfgruppen handelt es sich um hochverfügbare, schnell einsetzbare multinationale Streitkräfte, die selbständig Operationen durchführen in der Anfangsphase mehrere Funktionen übernehmen können. Eine Kampfgruppe setzt sich aus 2.000 Soldaten zusammen, die von den alle 6 Monate rotierenden Mitgliedstaaten ernannt werden.

Während ihrer Bereitschaft dienen die Soldaten in ihrem Herkunftsland. Sobald die Aktivierung einer Gruppe beschlossen wird, müssen sie innerhalb von fünf bis zehn Tagen an ihrem Einsatzort eintreffen und sich dort 30 bis 120 Tage an den vorgesehenen Operationen beteiligen.

Die ersten EU-Kampfgruppen wurden 2005 ins Leben gerufen.
 

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