Forstleute wollen die Annahme wichtiger Dokumente beschleunigen und tauschen Erfahrungen aus

11 September 2013, Erneuert, 14:26 EET
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autor: AFP/Scanpix

Heute begann im Haus der Kaufmannsgilde in Vilnius das informelle Treffen der EU-Forstdirektoren für leitende Forstbeamte der Unionsmitgliedstaaten.

 „Von jeher stellt der Wald eine Säule für Umwelt, Wirtschaft, Kultur und Traditionen in unserem Land dar. Auch heute noch ist er eine der wichtigsten Naturressourcen“, sagte Vize-Umweltminister Linas Jonauskas anlässlich der Begrüßung der Teilnehmer. „Im Interesse der Erhaltung der Wälder und ihrer sinnvolen Nutzung ist eine nachhaltige Forstwirtschaft ein für alle akzeptables Prinzip, das wir nicht aus den Augen verlieren dürfen“, unterstrich der Vizeminister.

Anlässlich des Treffens sollen wichtige Aspekte der Fortwirtschaft in der Europäischen Union (EU) besprochen werden, darunter auch die aktuellen Verhandlungen über ein rechtlich verbindliches Abkommen für die europäischen Wälder (Europäische Waldkonvention). Diese Verhandlungen laufen bereits seit 2011. Die letzte von vier vorgesehenen Verhandlungsetappen begann im diesjährigen Sommer in Warschau, wurde abgebrochen und wird am 7. und 8. November in Genf fortgesetzt. In der verlängerten Verhandlungsrunde wird Litauen als dem EU-Rat vorsitzendes Land gemeinsam mit der Europäischen Kommission im Namen der EU und ihrer Mitgliedstaaten verhandeln. Litauen trägt die Verantwortung für die Ausarbeitung einer gemeinsamen Verhandlungsposition der EU und ihrer Mitgliedsländer.

Bei dem Treffen der Forstdirektoren wird ebenfalls die Notwendigkeit einer möglichst zügigen Bestätigung der neuen EU-Waldstrategie zur Sprache gebracht, da die aktuelle Strategie bereits 1998 bestätigt wurde und veraltet ist. Die Mehrheit der Mitgliedsländer unterstreicht die Bedeutung dieses Dokuments für die Forstwirtschaft und die Notwendigkeit, sie in Kürze zu ratifizieren. Vilnius sind die Forstdirektoren aufgefordert, mögliche Handlungsschritte für eine Beschleunigung des Prozesses zu koordinieren, damit das Dokument bis zum Ende des Jahres oder zumindest bis zu den Wahlen des Europaparlaments 2014 ratifiziert werden kann. Das diesjährige Strategieprojekt wird noch von der EU-Kommission diskutiert und es ist zu hoffen, dass die Mitteilung über die Waldstrategie der Europäischen Union noch während der litauischen EU-Ratspräsidentschaft veröffentlicht werden kann. In dem Fall wäre Litauen für zukünftige Diskussionen und Ratifizierungen des Dokuments im Rat der Europäischen Union verantwortlich.

Anlässlich des Treffens werden die Teilnehmer sich darüber austauschen, in welcher Weise die neue Verordnung des Europaparlaments und des Rats über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums einer nachhaltigen Forstwirtschaft dienlich sein kann und besprechen, wie innerhalb der Europäischen Union die ebenfalls wichtige, Pflichten von Lieferanten für Holz und Holzprodukte festlegende Holzverordnung umzusetzen ist.

Das informelle Treffen der EU-Forstdirektoren ist für Litauen eine hervorragende Gelegenheit seine Wälder vorzuführen, die Teilnehmer mit der litauischen Forstwirtschaftspolitik und Entwicklungszielen vertraut zu machen sowie Erfahrungen auszutauschen. Den Teilnehmern werden der litauische Wald und die litauische Forstwirtschaft präsentiert, am zweiten Tag findet ein Ausflug zum Forstamt Panevėžys statt, wo die Forstdirektoren Einblick in Beispiele multifunktionaler Forstwirtschaft in Litauen erhalten können. Bei dieser Gelegenheit werden der Schutz der biologischen Artenvielfalt in den Wäldern, der Klimawandel, Auswirkung von Naturkatastrophen auf den Wald, Aufforstung, Rekreation und andere Funktionen des Waldes besprochen.

Zu dem Treffen, auf dem aktuelle Waldaspekte der Europäischen Union sowie litauische Erfahrungen in der Bewirtschaftung des Waldes diskutiert werden, werden forstwirtschaftliche Institutionen und leitende Funktionsträger aus über 20 U-Staaten, der Europäischen Kommission, dem Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union, des Zentralverbands der Europäischen Waldbesitzer  (CEPF), und der europäischen Staatsforstvereinigung EUSTAFOR erwartet.

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