Europa muss das Fähigkeitenangebot auf die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt anpassen

24 Juli 2013, Erneuert, 16:57 EET
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autor: eu2013.lt

 Die Wissenschaftsminister der EU-Länder haben heute in Vilnius darüber beraten, wie Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ins Gleichgewicht gebracht werden können. Das Hauptthema am zweiten Sitzungstag des informellen EU-Wettbewerbsrates war die Frage, an welchen Fähigkeiten es Europa derzeit fehlt und welche man in der Zukunft noch erwerben sollte, um die Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Wissenschaft und Innovationen zu gewährleisten.

 „Um Probleme auf dem EU-Arbeitsmarkt lösen zu können und die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Zukunft anzukurbeln müssen wir drei Dinge tun: Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ins Gleichgewicht bringen, Dozenten und Unternehmer an einen Tisch zum Diskutieren bringen und das Potential im Bereich Wissenschaft und Innovationen effektiv ausschöpfen. Man muss eine Brücke zwischen Wissenschaft und der Arbeitswelt schlagen“, sagt der litauische Minister für Bildung und Wissenschaft Dainius Pavalkis, der in diesem halben Jahr alle Treffen der EU-Minister für Wissenschaft und Innovationen leiten wird.

Zu dem Treffen der EU-Wissenschaftsminister waren auch Vertreter aus der Wirtschaft und Vertreter der Universitäten sowie Experten eingeladen, die zusammen mit den Politikstrategen sich darüber austauschten, wie man die fehlenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen erkennen und fördern, das Fachkräfteangebot auf die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt anpassen und die Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Wissenschaft und Innovationen stärken sollte.

Aus den Zahlen geht hervor, dass das Expertenangebot und ihre Nachfrage auf dem EU-Markt derzeit voneinander abweichen. Selbst wenn Europa zurzeit mit großer Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat, fehlen in einigen Sektoren und Regionen qualifizierte Arbeitskräfte. Es wurde zum Beispiel berechnet, dass die EU noch zusätzlich 700.000 Mitarbeiter im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien benötigt.

In der Europäischen Union sind noch 2 Mio. Arbeitsplätze zu besetzen. Dabei wurde unterstrichen, dass auf dem europäischen Arbeitsmarkt nicht nur IT-Spezialisten gebraucht werden, sondern auch Biologen, Pharmakologen, Ärzte, Krankenpfleger und Ingenieure. In Europa werden darüber hinaus 800.000 Wissenschaftler und Forscher gesucht.

Beim Treffen der Minister hielt auch die EU-Kommissarin für Forschung, Innovationen und Wissenschaft, Máire Geoghegan-Quinn, ihre Rede und wies darauf hin, dass die Fähigkeiten zu den wichtigsten Prioritäten der EU als eine Innovationen-Union zählen.

Die Professorin aus dem Universitätscollege von Amsterdam, Marijk van der Wende, hat bei ihrer Präsentation zum Thema erforderliche Fähigkeiten im Bereich Wissenschaft und Innovationen darauf hingewiesen, dass die Hochschulkandidaten sich weiterhin für die Bereiche entscheiden, in denen hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Der Professorin zufolge, soll das Wissen in den Bereichen Naturwissenschaften, Technologien, Ingenieurwesen und Mathematik zusammen mit den Kernfähigkeiten des XXI. Jahrhunderts – kreatives, innovatives und kritisches Denken sowie gute Fertigkeiten im Hinblick auf Problemlösung, Kommunikation, Zusammenarbeit, Führungsstärke und die Übernahme von Verantwortung, Informationensuche und Computerkenntnisse immer wichtiger werden.

Arbeitgeber und Unternehmer sollten unbedingt an der Entwicklung von Unterrichts- und Studienprogrammen, die im direkten Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt stehen, mitbeteiligt werden, sagte die Vertreterin des Europäischen Universitäten-Vereins, Mary McNamara, als sie über die Aussichten für die Universitäten sprach.

Der Vizepräsident und Generaldirektor der baltischen Region „Thermo Fisher Scientific“, Algimantas Markauskas, der dieses Jahr zur Jahres-Führungsperson gewählt wurde und aus der Sicht der Unternehmer sprach, betonte, dass in der Welt von heute Bildung, Wissenschaft und Unternehmertum als ein einheitliches System funktionieren müssen.

„Europa sollte sich Gedanken darüber machen, wie das Bildungssystem zur Förderung von Fähigkeiten beitragen könnte, die auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Es ist wichtig, dass die Jugend sich für Naturwissenschaften, Technologien,
Ingenieurwesen sowie Mathematik entscheidet, genauso wichtig ist es, dass möglichst viele Jugendliche den Weg eines Forschers einschlagen“, sagte der litauische Minister für Bildung und Wissenschaft D. Pavalkis.

Minister haben sich darauf geeinigt, dass eine der größten Herausforderungen im Bereich Wissenschaft und Innovationen darin besteht, Europa für kreative und innovative Forscher attraktiv zu machen sowie ihre Mobilität zu fördern.

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