Auf einer Tagung wurden die Entwicklung der Demokratie und die Gleichberechtigung der Geschlechter diskutiert

29 November 2013, Erneuert, 12:10 EET
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Prof. Vytautas Landsbergis | autor: O. Posaškova

Im Seimas ist das Treffen der Vorsitzenden der Ausschüsse für Auswärtige Angelegenheiten der nationalen Parlamente der EU und des Parlamentarischen Demokratieforums “Parlamente für Demokratie: auf dem Weg zu einer ambitionierteren globalen Zusammenarbeit”, eine parlamentarische Veranstaltung des präsidierenden Litauens zu Ende gegangen.

Während des zweiten Teil des Treffens tauschten die Länder Erfahrungen aus, besprachen die Entwicklung und Umsetzung von Demokratie und betonten die Gleichstellung der Geschlechter sowie die Wichtigkeit der Gleichstellungspolitik für die Demokratie. Den Vorsitz der Tagung führte das Seimas-Mitglied und Vorsitzender des Parlamentarischen Demokratieforums Emanuelis Zingeris.

Der Präsident des marokkanischen Repräsentantenhauses Karim Ghellab stellte den Veranstaltungsteilnehmern die Erfahrungen seines Landes vor und auf welche Weise jeden Tag Demokratie gelebt werden kann. „Die arabische und muslimische Welt erfährt seit 2011 gewaltige Transformationen, es finden massive Proteste statt, die vor allem von jungen Menschen initiiert sind, die mehr Freiheit, mehr Demokratie und mehr soziale Gerechtigkeit fordern“, sagte Karim Ghellab. Nach seinen Worten schreibt Marokko derzeit eine neue Seite seiner Geschichte, aber es wird eine ganz andere als in den übrigen Ländern der Region sein. Der Präsident des marokkanischen Repräsentantenhauses betonte, dass Marokko schon lange vorher die Notwendigkeit für den von den Menschen geforderten Wandel erkannt hat. Die 2011 per Referendum verabschiedete Verfassung wertet er als großen Sieg des Landes. Seiner Meinung nach herrschen im Lande Frieden, Stabilität und Wirtschaftswachstum.

Der Präsident des Obersten Rats Litauens und Mitglied des Europäischen Parlaments Prof. Vytautas Landsbergis wies darauf hin, dass nicht jeder genau versteht, was Demokratie ist. „Das sind akzeptierte Grundsätze und Regeln einer Gemeinschaft, die eine moralische Grundlage für das biologische Überleben und Wachstum will und sich einem inneren Zersetzungsprozess verweigert“, sagte Prof. V. Landsbergis. Seiner Meinung nach sollten nicht demokratische Staaten nicht Gerechtigkeit, sondern Demokratie fordern, da nur ein demokratisches Recht Gerechtigkeit schaffen kann. "Demokratie ist keine Lehre, die erlernt oder gelehrt werden kann. Es ist der Blick gebildeter Menschen auf alles und alle ringsum, auch auf das Schicksal seiner Brüder und Schwestern. Demokratie heißt Verantwortung, Wahrheitssuche und das Vermögen, sich selbst Fragen über Werte zu stellen. Nur so können wir gerechtere und angemessenere Wege erschaffen", bekräftigte Prof. V. Landsbergis. Er hob auch hervor, dass dem Parlamentarischen Demokratieforum historische Bedeutung zukommen wird.

Nach Überzeugung der Vorsitzenden der Fraktionsgruppe der Frauen im litauischen Seimas und Koordinatorin des COSAC-Frauenforums Prof. Marija Aušrinė Pavilionienė ist Demokratie nicht möglich ohne Gleichstellung der Geschlechter. „Wir alle wissen, dass Geschlechtergleichheit ein Menschenrecht ist, das wie alle Menschenrechte respektiert, gehegt und geschützt werden muss. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus“, sagte das Seimas-Mitglied.

In der Diskussion über Demokratie und Geschlechtergleichheit merkte M. A. Pavilionienė an, dass Ungleichheit der Geschlechter sehr weit verbreitet ist - auch in der EU. Sie unterstrich die Probleme der reproduktiven Gesundheit und Kinderbetreuung sowie Fragen im Zusammenhang mit Familienplanung und Empfängnisverhütung, niedrigeren Löhnen für Frauen und der geringen Anzahl von Frauen in Führungspositionen. Allerdings, so Professor M. A. Pavilionienė, ist die Gleichstellung der Geschlechter nicht nur ein Problem der Frauen, sondern auch der Männer. „Beide Geschlechter sollten für die Zukunft der Gesellschaft und der Welt verantwortlich sein, denn wir alle sind Menschen und haben die gleichen Bürgerrechte“, sagte die Koordinatorin des COSAC-Forums. Ihrer Meinung nach ist es Zeit für einen gemeinsamen europäischen Rahmen für die Gleichstellung der Geschlechter im Bildungsbereich.


 

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